DGPPN-Preise 2018: Herausragende Arbeiten und Projekte in den Kategorien Wissenschaft, Versorgung und Gesellschaft ausgezeichnet

Mit einer Reihe von Preisen zeichnet die DGPPN jedes Jahr innovative und herausragende Arbeiten und Projekte aus, die einen neuen Zugang zu psychischen Erkrankungen, ein neues Verständnis von Diagnostik und Therapie sowie mehr Wissen über ihre Ursache, Entstehung und Verbreitung vermitteln. Die Preise mit einem Gesamtvolumen von rund 100.000 Euro wurden auch diesmal im Rahmen des DGPPN Kongresses verliehen. Sie gehen an bereits anerkannte Forscher, aber auch an aufstrebende Nachwuchswissenschaftler, würdigen neue Methoden in der Pflege und ebenso eine entstigmatisierende, aufklärende mediale Berichterstattung bzw. Initiativen auf diesem Gebiet.

Kategorie Wissenschaft

DGPPN-Preis zur Erforschung von psychischen Erkrankungen (Dotierung: 15.000 Euro)
Der Preis wird in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen.

Preisträger: PD Dr. Dr. Hamid R. Noori, Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, Tübingen
Forschungsschwerpunkt: Die Forschung des Preisträgers ist an der Schnittstelle zwischen Mathematik, Physik, Neuropsychopharmakologie, Elektrophysiologie und Neurobildgebung angesiedelt und verfolgt das Ziel, das Verständnis der vielschichtigen neurobiologischen Prozesse, die psychiatrischen Erkrankungen zugrunde liegen, zu verbessern. Der Preisträger beschäftigte sich dabei u. a. mit der Identifikation von Veränderungen im Neurotransmitterspiegel nach Alkoholkonsum.

DGPPN-Preis: Prädiktive, präventive und personalisierte Medizin in Psychiatrie und Neurologie (Dotierung: 10.000 Euro)
Das Fördergeld für diesen Preis mit einem Gesamtvolumen von 140.000 Euro wurde vom ehemaligen Förderverein „Psychopharmakotherapie e. V.“ an die DGPPN gespendet.

Preisträger 1: Dr. Joseph Kambeitz, Klinikum der Universität München, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Forschungsschwerpunkt: Durch umfangreiche Analysen möchte der Preisträger die Weichen stellen, um die Anwendung von Machine Learning in der klinischen Praxis in Zukunft zu ermöglichen und dadurch die Diagnostik und Therapie von Patienten entscheidend zu verbessern.

Preisträger 2: Prof. Dr. Martin Walter, Eberhard Karls Universität Tübingen, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Forschungsschwerpunkt: In seiner Forschung widmet sich der Preisträger der Entwicklung neuer bildgebender Verfahren und deren Anwendung auf Fragestellungen im Bereich der affektiven Störungen. Durch die Beobachtung von funktionellen Veränderungen, die mit dem Glutamatspiegel assoziiert wurden, konnten mögliche Wirkprinzipien neuer Antidepressiva ermittelt und deren Anwendung auf individuelle Patienten experimentell angepasst werden.

DGPPN-Promotionspreis – Hans-Heimann-Preis (Dotierung: 18.000 Euro)
Der Preis wird in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit zu Ehren des Schweizer Psychiaters und Psychotherapeuten sowie langjährigen Direktors der Psychiatrischen Universitätsklinik Tübingen Prof. Dr. med. Hans Heimann (1922–2006) verliehen.

Preisträger-Tandem 1: Dr. Jörg Steinle und Prof. Dr. Peter Gass, Universität Mannheim
Titel der Arbeit: A Runner’s high depends on cannabinoid receptors in mice

Preisträger-Tandem 2: Dr. Dilara Yüksel und Prof. Dr. Axel Krug, Philipps-Universität Marburg
Titel der Arbeit: Structural and functional brain alterations in patients with major depressive disorder with a focus on polygenic risk and the clinical phenotype

Preisträger-Tandem 3: Dr. Julius Nicolai Meißner und Prof. Dr. Thomas A. Bayer, Universität Göttingen
Titel der Arbeit: Neuropathological and behavioral alterations in two transgenic mouse models of Alzheimer’s disease

 

Kategorie Versorgung

DGPPN-Preis für Versorgungsforschung in Psychiatrie und Psychotherapie (Dotierung: 10.000 Euro)
Der Preis wird in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen.

Preisträger: Dr. Ulrich Reininghaus, Maastricht University, Department of Psychiatry and Neuropsychology School for Mental Health and Neuroscience Faculty of Health, Medicine, and Life Sciences
Forschungsschwerpunkt: Mit seiner wissenschaftlichen Schwerpunktsetzung verfolgt der Preisträger das Ziel, Erkenntnisse aus epidemiologischen Studien durch die Entwicklung und Evaluation von mHealth Interventionen für die psychiatrische Versorgung und Verbesserung der öffentlichen psychischen Gesundheit nutzbar zu machen.

DGPPN-Preis für Pflege- und Gesundheitsfachberufe in Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (Dotierung: 5000 Euro)
Der Preis wird in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen.

Preisträgerin 1: Dr. Kathrin Seifert, Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg/Universitätsklinikum Bonn
Projekt: Fototherapeutisches Behandlungsmodell zur künstlerisch-kunsttherapeutischen Behandlung depressiver Patienten

Preisträgerin 2: Corinna Salbach, Hans-Joachim Bretscher und das AGFA-Team, Rheinhessen-Fachklinik Alzey
Projekt: Gerontopsychiatrische Fachambulanz (AGFA) mit dyadischer Behandlung im häuslichen Umfeld und dem Ziel, stationäre Aufenthalte und medikamentöse Behandlung von dementiellen Menschen zu vermeiden.


Kategorie Gesellschaft

DGPPN-Medienpreis für Wissenschaftsjournalismus (Dotierung: 2 x 2500, 1 x 5000 Euro)
Der Preis wird in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen.

Preisträgerin Print 1: Dr. Ines Schipperges
Titel der Arbeit: „Es ist Liebe, nur anders – die Autismus-Serie“, SZ-Magazin, 28.03.18

Preisträgerin Print 2: Ulrike von Leszczynski
Titel der Arbeit: „Eine Krankheit, eine Familie und ein Mord“, Thema: paranoide Schizophrenie, dpa, 14.02.18

Preisträgerin TV: Anabel Münstermann
Titel der Arbeit: „Was stimmt mit mir nicht?“, Thema: Seelische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, ZDF-Magazin Pur+, 20.10.17

DGPPN-Preis für Philosophie und Ethik in Psychiatrie und Psychotherapie (Dotierung: 6000 Euro)
Der Preis wird in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit und dem Bonner Institut für Wissenschaft und Ethik verliehen.

Preisträger 1: Dr. Samuel Thoma (Immanuel Klinik Rüdersdorf) und Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs (Universitätsklinikum Heidelberg)
Titel der Arbeit: Inhabiting the shared world. Phenomenological considerations on sensus communis, social space and schizophrenia

Preisträgerin 2: Dr. Anke Büter (Leibniz Universität Hannover, Institut für Philosophie)
Titel der Arbeit: Epistemic Injustice and Psychiatric Classification

 

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